Das kleine Einmaleins der Judo-Regeln

Wettkampfregeln (vereinfacht)


Wer die Abseits-Regel im Fußball versteht, muss vor Judo-Regeln keine Angst haben. Denn so fremd auf den ersten Blick alles aussieht, so vertraut sind einem nach kurzer Zeit des Zuschauens die Abläufe auf der Judo-Matte. Wir erklären die wichtigsten Regeln dieses Kampfsports.

Auch wenn es im Fernsehen manchmal so aussieht, als würden sich die Judokas bei einem Wettkampf nur gegenseitig an ihren Jacken ziehen – das ist nur taktisches Geplänkel, das der Vorbereitung eines erfolgreichen Wurfes oder einer Bodentechnik dient. Denn Judo ist eine komplexe Sportart, bei der es darum geht, im richtigen Moment eine Unachtsamkeit des Gegners auszunutzen.

Wertungen

Ob durch einen Wurf oder eine Technik im Bodenkampf – Ziel ist immer ein Ippon (ganzer Punkt), denn mit ihm ist der Kampf vorzeitig beendet. Erreicht werden kann er durch einen Wurf, bei dem der Gegner mit Kraft und Schwung auf den größten Teil des Rückens geworfen wird. Werden diese drei Kriterien bei einem Wurf nicht vollständig erfüllt, gibt es je nach Wurfausführung noch zwei abgestufte Bewertungen: Waza-ari (halber Punkt) und Yuko (mittlere Wertung).

Diese Bewertungen gibt es auch für Haltegriffe (Osae-Komi), bei denen der auf dem Rücken liegende Gegner kontrolliert gehalten werden muss. Wird er 20 Sekunden gehalten, erhält der Haltende einen Ippon. Für Haltezeiten zwischen 15 und 19 Sekunden gibt es einen Waza-ari und für 10 – 14 Sekunden einen Yuko.

Bei Armhebeln und Würgegriffen gibt es einen Ippon, wenn der gegnerische Kämpfer durch Abklopfen mit der Hand oder den Ruf „Maitta!“ aufgibt.

Kampfrichter

Die Bewertung der gezeigten Aktionen obliegt den auf der Matte befindlichen Kampfrichtern, dem auf der Matte stehenden Mattenleiter und zwei am Rand sitzenden Außenrichtern. Alle drei haben gleiches Stimmrecht, wodurch ein Höchstmaß an Objektivität gewährleistet werden soll. Die Außenrichter treten vor allem bei Situationen am Mattenrand oder bei der Korrektur von gegebenen Wertungen durch entsprechende Handzeichen in Aktion.

Kampfrichter sind in der Regel erfahrene Judokas, die sich einer speziellen Kampfrichter-Ausbildung unterziehen und je nach gezeigten Leistungen bei Wettkämpfen und Prüfungen unterschiedliche Lizenzen besitzen. Sie sollen Kämpfe unparteiisch bewerten und die geltenden Regeln sicher anwenden können. Zur Unterstützung ihrer Wirkung rufen sie nicht nur laut ihre Wertungen und Kommandos, sondern unterstützen dies durch eindeutige Handzeichen. Das betrifft nicht nur die Bewertung von Würfen, sondern zum Beispiel auch das Aussprechen von Strafen für Regelverstöße.

Strafen

Diese werden bei kleinen Regelverstößen, wie zum Beispiel passiver Kampfweise, mit einem Shido geahndet. Die ersten drei Shidos werden nicht unmittelbar in Wertungen für den Gegner umgerechnet. Haben beide Kämpfer am Ende der Kampfzeit identische Wertungen erzeilt, dann gewinnt der Kämpfer mit den weniger Bestrafungen.

Die vierte Bestrafung, die auch bei schweren Regelverstößen (z. B. grobe Unsportlichkeit oder Anwendung bestimmter verbotener Techniken) direkt ausgesprochen werden kann, heißt Hansoku-make und entspricht einem Ippon für den Gegner.

Golden Score

Haben nach der regulären Kampfzeit beide Kämpfer/innen einen Gleichstand in den Bewertungen, beginnt die Golden Score-Zeit (ohne zeitliche Begrenzung). Die erste erzielte Wertung oder gegebene Bestrafung entscheidet den Kampf.

Golden Score kommt selten vor, da Judo eine schnelle Sportart ist und durch eine offensive Kampfweise die Mehrzahl der Kämpfe vorzeitig beendet wird. Spektakuläre Würfe sind im Judo also keine Mangelware.

 

ausführliche Wettkampfregeln, Sonderregelungen im BJV und Regelneuerungen

 >> siehe Regelkunde

Ich mache Judo, weil…

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... weil es mir Spaß macht ... es Ausgleich zum Lernen bietet ... man dort Freunde trifft ... man fit bleibt bzw. es fit hält.

Stefanie, 24, TSV Grafenau

Die Judo-Werte:
Ehrlichkeit

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Kämpfe fair, ohne unsportliche Handlungen und ohne Hintergedanken.