Fragen über Judo

1. Ist Judo gefährlich?

2. Wieviel kostet es, Judo zu machen?

3. Muss mein Kind an Wettkämpfen teilnehmen?

4. Wo finde ich einen Verein in meiner Nähe?

5. Kann ich auch mit 45 Jahren noch mit Judo anfangen?

6. Ich bin arbeits- und mittellos. Gibt es trotzdem einen Verein,
    in dem ich trainieren kann?

7. Welche körperlichen Voraussetzungen sind notwendig?

8. Ab welchem Alter kann mein Kind Judo erlernen?

9. Kann ich einfach mal an einem Training teilnehmen?

10. Wann werden neue Mitglieder aufgenommen bzw. fangen neue Kurse an?

11. Muss ich mir für das Probetraining schon einen Judoanzug kaufen?

12. Wie unterscheiden sich weitere asiatische Kampfsportarten vom Judo?

13. Ist Judo auch für „Schüchterne“ geeignet?

14. Was bedeuten die japanischen Namen im Judo?

15. Welche Graduierungen gibt es und welche Bedeutung haben sie?

16. Was ist ein Judopass?

17. Ab wann darf ich am Wettkampf teilnehmen?

18. Wie funktioniert Wettkampf?

 


 

1. Ist Judo gefährlich?

Judo ist eine Kampfsportart - das hört sich gefährlich an. Muss es aber nicht sein. Denn wie bei allen Sportarten gibt es ein umfangreiches Regelwerk, das die Sportler schützen soll. Gefährlich ist Judo also eigentlich nicht. Aber auch im Judo passieren ab und zu Verletzungen, jedoch nicht häufiger und kaum schwerer als in anderen Sportarten.
Zudem ist das Ausbildungssystem im Judo so gestaltet, dass man schrittweise neue Erfahrungen sammeln kann. Das fängt an mit der „Fallschule“, wo man das richtige und schmerzfreie Fallen lernt. Es geht dann weiter mit dem Erlernen von Wurf- und Bodentechniken. Wer Interesse an Wettkämpfen hat, kann sein Können auch dort unter Beweis stellen. Und bei alledem kommt auch im Training das Wichtigste am Sport nicht zu knapp: Spaß und Freude an der Bewegung, mit Spielen, vielen Übungen und Spaß am Sport und in der Gemeinschaft.

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2. Wieviel kostet es, Judo zu machen?

Das hängt von den Beiträgen in den Vereinen und den Kosten für Sportkleidung ab. Die Vereinsbeiträge liegen üblicherweise im Bereich von 5 bis 20 Euro pro Monat. Die Sportkleidung (Judogis) kann man sich in vielen Vereinen anfangs leihen. Einsteigermodelle kosten je nach Größe und Modell ab 20 Euro für Kinder und ab 35 Euro für Erwachsene. Dazu kommen noch die Kosten für einen Gürtel und Badeschlappen.

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3. Muss mein Kind an Wettkämpfen teilnehmen?

Natürlich nicht. Judo ist auch als normaler Gesundheitssport geeignet. Übrigens bis ins hohe Alter.

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4. Wo finde ich einen Verein in meiner Nähe?

Hier kannst Du nach einem Verein suchen: >> Vereine

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5. Kann ich auch mit 45 Jahren noch mit Judo anfangen?

Ja, das geht problemlos, sofern keine gesundheitlichen Gründe dagegen stehen. Viele Vereine in Bayern bieten Judo nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für ältere Erwachsene an.
Der BJV entwickelt dazu auch gemeinsam mit seinen Partnern Programme, um Judo auch als Gesundheitssport besser bekannt zu machen. Denn Judo bietet Sportlern in jedem Alter die Möglichkeit, durch vielfältige körperliche Erfahrungen fit zu bleiben.

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6. Ich bin arbeits- und mittellos. Gibt es trotzdem einen Verein, in dem ich trainieren kann?

Das kommt darauf an, an welchen Verein man sich wendet. Bei vielen Vereinen ist es möglich, in diesem Fall zu reduzierten Beiträgen Sport zu treiben. Manchmal gibt es auch die Möglichkeit der Beitragsbefreiung.
Einfach einen Verein suchen (>> Vereinssuche) und mal nachfragen!

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7. Welche körperlichen Voraussetzungen sind notwendig?

Judo ist in erster Linie ein Breitensport, der den ganzen Körper beansprucht. Zum Erlernen sind keine besonderen Voraussetzungen notwendig, man muss dafür nicht sportlicher sein als für Schwimmen, Radfahren oder Joggen. Die Beweglichkeit und Koordination wird nach und nach schrittweise im Training aufgebaut. Jedoch wird niemand überfordert, denn Judo soll vor allem Spaß machen.

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8. Ab welchem Alter kann mein Kind Judo erlernen?

Die erste Gürtelprüfung zum weiß-gelben Gürtel ist laut Statuten ab dem 7. Lebensjahr möglich. Fast alle Vereine bieten jedoch das vom Bayerischen Judo-Verband entwickelte Konzept zum Heranführen an den Judosport an. Hier können Kinder ab dem 5. Lebensjahr teilnehmen und lernen spielerisch judobezogene Fertigkeiten. Auch wird das Erlernen von turnerischen und motorischen Fähigkeiten gefördert. Als Ansporn erhalten die Kinder einen „Judopass“, wo für jedes erlernte Element z. B. den Purzelbaum ein Aufkleber zum Einkleben ausgegeben wird.  

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9. Kann ich einfach mal an einem Training teilnehmen?

In aller Regel ja. Fragen kostet nichts. Und wer schon einmal da ist, wird selten abgewiesen, sondern kann meistens zuschauen oder gleich mitmachen. Trotzdem ist für Judo-Anfänger ein Anfänger- oder Breitensportkurs vermutlich die beste Wahl.

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10. Wann werden neue Mitglieder aufgenommen bzw. fangen neue Kurse an?

Ein Probetraining ist in vielen Vereinen ohne vorherige Anmeldung möglich. Einige Vereine bieten auch speziell Schnuppertrainings oder Einsteigerkurse an. Am besten beim nächsten Judoverein vorbeischauen und erkundigen bzw. Aushänge am schwarzen Brett beachten.
Tipp: Die meisten Einsteigerkurse beginnen zeitgleich mit dem neuen Schuljahr. Und in vielen Gemeinden und Städten wird Judo auch als Ferienangebot aufgeführt.

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11. Muss ich mir für das Probetraining schon einen Judoanzug kaufen?

Für das Probetraining sind eine Jogginghose und ein stabiles T-Shirt ausreichend. Schuhe werden nicht benötigt, da Judokas generell barfuß trainieren. Flip-Flops, Badelatschen oder Socken sind für den Weg zur Matte aufgrund der Hygienebestimmungen wünschenswert.
Ein Judoanzug wird erst später notwendig. Diesen kann man sich aber auch in einigen Vereinen anfangs leihen.

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12. Wie unterscheiden sich weitere asiatische Kampfsportarten vom Judo?

Jiu Jutsu jiu = sanft
jutsu = Kunstgriff
Jiu Jutsu hat seinen Ursprung in der alten chinesischen Kriegskunst und zielt darauf ab, den Gegner kampfunfähig 
zu machen oder zu töten.
Kendo ken = Schwert
do = Weg
Kendo ist ein japanischer Fechtkampf, der ursprünglich mit einem Schwert ausgetragen wurde. Heutzutage wird derKampf mit einem Bambusschwert und Schutzkleidung ausgeübt
Aikido ai = Harmonie
ki = Geist
do = Weg
Aikido ist eine Form der Selbstverteidigung, die sich zu den Angriff des Gegners zu Nutze macht. Eine Mischung aus Jiu Jutsu und Kendo
Karate kara = leer
te = Hand
Bei Karate werden die Gliedmaßen des Körpers zu Schlägen gegen empfindliche Körperteile eingesetzt
Taekwondo tae = stoßen
kwon = Faust
do = Weg
Ebenfalls wie bei Karate werden die Gliedmaßen des Körpers zu Schlägen gegen empfindliche Körperteile eingesetzt. Taekwondo ist die abgeschwächte Form von Karate.
Judo ju = sanft
do = Weg
Judo ist als einzige dieser Sportarten olympisch. Hier kann man sich unter Einhaltung der Regeln in engem Körper kontakt beim Wettkampf miteinander messen. Dies geschieht auf ungefährliche Weise. Judo kommt als einzige Budosportart ohne Schläge und Tritte aus.

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13. Ist Judo auch für „Schüchterne“ geeignet?

Judo ist besonders für Schüchterne geeignet, denn Judo reduziert das Gefühl ausgeliefert zu sein und stärkt, ohne dass man es bewusst wahrnimmt, automatisch das Selbstbewusstsein.

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14. Was bedeuten die japanischen Namen im Judo?

Judo kommt aus dem Japanischen, deshalb werden auch die japanischen Begriffe verwendet. Egal ob im Training oder im Wettkampf, alles führt ins Ursprungsland zurück.
Hier die wichtigsten Begriffe:

Japanisch Deutsch
Dojo Judohalle, mit Matten ausgelegter Übungsraum
Hajime Kampfbeginn, Aufforderung an die Kämpfer „Kämpft!“
Ippon volle Punktzahl für eine perfekte Technik, bei der der Gegner mit Schwung auf dem größten Teil des Rückens landet, oder für einen erfolgreichen Halte-, Hebel- oder Würgegriff. Der Kampf ist damit beendet.
Judo Der sanfte Weg
Judogi Judoanzug, bestehend aus Jacke, Hose und Gürtel
Matte Kampfunterbrechung durch den Kampfrichter
Mokuso Konzentration im Judositz und kurzes Innehalten
Nage-waza Wurftechniken
Ne-waza Bodentechniken
Osaekomi Der Kampfrichter zeigt an, dass der Haltegriff zählt und die Haltezeit von 25 Sekunden gestoppt wird
Toketa Haltegriff wurde gelöst, der Gegner konnte sich befreien
Randori Übungskampf
Rei „Verbeugt euch“
Sore Made Kampfende
Ukemi-waza Falltechniken
Waza-ari Große Wertung für eine starke Technik, bei der der Gegner nicht ganz auf den Rücken fällt od. für 20 Sekunden Festhaltezeit
Yuko Mittlere Wertung für eine Technik, bei der der Gegner nur auf die Seite fällt od. für 15 Sekunden Festhaltezeit

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15. Welche Graduierungen gibt es und welche Bedeutung haben sie?

9. Kyu weißer Gürtel Schülergürtel
8. Kyu weiß-gelber Gürtel Schülergürtel Prüfung ab 7. Lebensjahr
7. Kyu gelber Gürtel Schülergürtel Prüfung ab 8. Lebensjahr
6. Kyu gelb-oranger Gürtel Schülergürtel Prüfung ab 9. Lebensjahr
5. Kyu oranger Gürtel Schülergürtel Prüfung ab 10. Lebensjahr
4. Kyu orange-grüner Gürtel Schülergürtel Prüfung ab 11. Lebensjahr
3. Kyu grüner Gürtel Schülergürtel Prüfung ab 12. Lebensjahr
2. Kyu blauer Gürtel Schülergürtel Prüfung ab 13. Lebensjahr
1. Kyu brauner Gürtel Schülergürtel Prüfung ab 14. Lebensjahr
1. Dan schwarzer Gürtel Meistergrad Prüfung ab 16. Lebensjahr

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16. Was ist ein Judopass?

Jeder Judoka erhält mit dem Bestehen der ersten Gürtelprüfung zum weiß-gelben Gürtel einen Judopass – der Personalausweis im Judobereich. Hierin sind neben Personaldaten auch Foto, derzeitige Graduierung, Beitragsmarke und Vereinszugehörigkeit vermerkt. Der Pass ist bei jedem Turnier mitzuführen und vorzuzeigen. Ohne Judopass ist keine Teilnahme am Wettkampf möglich.

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17. Ab wann darf ich am Wettkampf teilnehmen?

Startberechtigt ist jeder Judoka der mindestens 8 Jahre alt ist und einen gelben Gürtel hat. Außerdem muss ein gültiger Judopass vorliegen.

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18. Wie funktioniert Wettkampf?

Bevor auf einen Wettkampf gefahren wird, gilt es die Turnierausschreibung sorgfältig zu lesen und zu überprüfen, ob die notwendigen Voraussetzungen gegeben sind d. h. stimmt mein Jahrgang mit dem Altersbereich der Ausschreibung überein und bin ich startberechtigt mit meiner Gürtelfarbe.
Am Wettkampftag selber muss sich jeder Kämpfer zu Beginn eine Startkarte kaufen und ausfüllen. Hier werden die Personalien abgefragt, die zur Registrierung sowie für eventuelle Einladungen zu Lehrgängen dienen. Zusammen mit dieser Startkarte und dem Judopass geht man zum „Wiegen“. Dort stellen Kampfrichter das Gewicht des Athleten fest und ordnen die Judokas in die vorgegebenen Gewichtsklassen ein, damit immer Gleichschwere gegeneinander antreten.
Die sportliche Leitung ist für die Kampflisten verantwortlich und erstellt und veröffentlicht diese vor Beginn des Wettkampfs. Nach dem Aufwärmen und der offiziellen Begrüßung werden die jeweiligen Kampfpaarungen aufgerufen. Beide Kämpfer finden sich auf der Matte ein. Hierbei ist zu beachten, dass der Erstgenannte normalerweise einen roten Zusatzgürtel und der Zweitgenannte einen weißen Zusatzgürtel benötigt, damit die Kampfrichter die beiden Kämpfer besser auseinander halten könnten. Außerdem sollte zu diesem Zeitpunkt schon dafür gesorgt sein, dass die Socken und im männlichen Bereich das T-Shirt ausgezogen sind. Im weiblichen Bereich ist ein weißes T-Shirt unter dem Judogi vorgeschrieben.
Nach der klassischen Verbeugung startet der Schiedsrichter das Duell mit „Hajime“. Beide Kämpfer haben nun die Möglichkeit das im Training Gelernte unter Einhaltung bestimmter Regeln umzusetzen. Hat ein Athlet die geforderte Höchstpunktzahl (Ippon) durch eine Wurftechnik oder Haltegriffzeit erreicht, ist der Kampf beendet. Ebenfalls beendet ist der Kampf, wenn die vorgegebene Zeit abgelaufen ist – dann gewinnt der Judoka mit der höchsten Wertung.
Nach der Siegererklärung durch den Kampfrichter ist es üblich, dass man sich dankend die Hände schüttelt und mit einer respektvollen Verbeugung die Mattenfläche verlässt.
In der Regel hat jeder Athlet bei einem Turnier zwischen ein und sechs Kämpfen, wo sich das Prozedere wiederholt, bis am Ende der Sieger feststeht. Mit der anschließenden Siegerehrung ist das Turnier beendet.

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Ich mache Judo, weil…

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... weil es Spaß macht und abwechslungsreich ist.

Josef, 15, TV Zwiesel

Die Judo-Werte:
Selbstbeherrschung

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Achte auf Pünktlichkeit und Disziplin bei Training und Wettkampf. Verliere auf der Matte nie die Beherrschung, auch nicht bei Situationen, die du als unfair empfindest.