Das Hobby zum Beruf gemacht: Alexander Bauhofer

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Der Heimatverein JV Ammenland-Münsing stellt "seinen" Landestrainer in einem Porträt kurz vor!

Der JV Ammerland-Münsing konnte in seiner Historie bereits viele herausragende Athleten und Trainer entwickeln, doch diesen Schritt ging noch keiner. Mit Alexander Bauhofer wird der bisherige Cheftrainer des Vereins vom Starnberger See Teil des Landestrainerteams im Bayerischen Judo-Verband. Sein Aufgabengebiet wird ihn in den Norden des Freistaats nach Nürnberg versetzen, was unweigerlich dazu führt, dass er im Münsinger Verein kein Training mehr halten kann. „Natürlich freue ich mich auf meine neue Aufgabe, aber ich verlasse diesen Verein, der mich all die Jahre sowohl als Athlet als auch als Trainer stets unterstützt hat, mit einem weinenden Auge“, so Bauhofer über seine neue Situation. Angefangen mit dem Judo hat der 27-jährige Sportwissenschaftler, der mittlerweile für den TV Erlangen in der 2. Judo-Bundesliga kämpft, beim JVAM im Alter von 6 Jahren. Dort durchlief er alle Altersklassen, wo er auch diverse Titel erkämpfen konnte. Zu seinen größten Erfolgen zählt er die zwei Bronzemedaillen auf bundesweiter Ebene und die Saison 2016 in der 1. Bundesliga. Hier konnte der filigrane Techniker Bauhofer eine Vielzahl seiner Kämpfe überzeugend gewinnen.

Nebenbei fing Bauhofer mit 18 Jahren als Trainer beim JVAM an und durchlief auf die Trainerausbildung des BJV und DJB. Im Laufe der Jahre trainierte Bauhofer alle Altersgruppen und Leistungsklassen, doch vor allem die Arbeit mit dem Nachwuchs bereitet ihm viel Freude. „Wenn man mit den Kindern in diesem Alter gut arbeitet, können enorme Erfolge zustande kommen. Da sind Leistungssprünge möglich, die man nicht für möglich gehalten hat und das merken dann auch die Kinder selber und freuen sich riesig. Hier war der größte Erfolg das Titel-Quadrupel von Luis Schmidt, welches mit der Goldmedaille auf der süddeutschen Meisterschaft seinen Höhepunkt fand. Ein Trainervorbild oder jemand, der Bauhofer besonders geprägt hätte, kann er nicht nennen: „Ich habe unter so vielen Toptrainern trainieren dürfen, da kann ich schwer sagen, welcher mich am meisten vorangebracht hat. Ich habe immer geschaut, dass ich das jeweils Beste mitnehme und habe so meinen eigenen Stil kreiert“, erzählt er mit einen Augenzwinkern.

Die Lücke, die sein Weggang beim JVAM entstehen lässt, wird schnell geschlossen werden. „Über die Jahre habe ich immer versucht mein Wissen an die anderen weiterzugeben und ich bin zuversichtlich, dass die Trainer, die jetzt meine Aufgaben hier übernehmen werden, mit ihren Ideen die Qualität auf einem weiterhin sehr hohen Niveau halten können“, merkt Bauhofer an. In der Tat stehen mit Andreas Bruderhofer, der auf einen riesigen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann und mit Anders Chucholowski, welcher zusammen mit Bauhofer all die Jahre aktiv auf der Matte stand, zwei neue Trainer bereit. Ein offenes Ohr wird Bauhofer auch in Zukunft stets für seine Nachfolger haben: „Ich bin ja nicht am anderen Ende der Welt und bleibe dem Judosport erhalten." Mit 177 Mitgliedern, sowie neun lizensierten Trainern und sieben Trainerassistenten gehört der JVAM zu einen der größten und erfolgreichsten Vereinen im Bezirk Oberbayern. Über 15 Siege, davon 10 in Serie bei der Jugendliga unterstreichen die hervorragende Trainer,- und Nachwuchsarbeit in Münsing.

Ab September wird Bauhofer dann von seiner neuen Wahlheimat Nürnberg aus die Judogeschehnisse beobachten und leiten. Dort wird er an der Bertold-Brecht-Schule das tägliche Judotraining am Vormittag halten. Am Abend stehen dann die Stützpunkttrainings des BJV an, bei denen der neue Landestrainer Talente sichten und fördern wird. Bisher war seine Trainertätigkeit stets ehrenamtlich, doch seine neue Landestrainerstelle wird Bauhofer, mit einem Masterabschluss in Sportwissenschaften und diversen Trainerlizenzen, hauptberuflich meistern. Diesen Schritt schaffen nicht viele Menschen, nämlich ihr Hobby zum Beruf machen.

 

Text: Rainer Schmidt

Foto: nach einer Vorlage von Nick Cariss